Startseite

"Wie sag' ich's meinem Kinde?"

Veränderungen in der Vorbereitung und Feier der Erstkommunion im Pastoralen Raum Lünen
In festlicher KleidungCopyright: pfarrbriefservice by Klaus Herzog

Grundsätzliche Frage

Wie können wir heute Familien und Kinder angemessen mit Fragen des christlichen Glaubens und mit der Feier der Eucharistie in Berührung bringen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Pastoralteam im Pastoralen Raum Lünen schon seit zwei Jahren.

Bild einer FamilieCopyright: Flickr 14611895565_722728f9f5_m

Veränderte Zeiten

Die Voraussetzungen für die Vorbereitung der Kinder und Familien auf die Erstkommunion haben sich verändert: Die Mehrheit der Kommunionkinder stammt aus Familien, in denen der christliche Glaube und die Kirche nur eine sehr geringe Rolle spielen. Viele Kinder haben keine Erfahrungen mit dem Gebet in der Familie und keine Erfahrungen mit dem gemeinsamen Besuch von Sonntagsgottesdiensten. Nur noch sehr wenige Kinder leben in Familien, in denen der christliche Glaube praktiziert wird.

Eins bleibt unverändert:

Und dennoch wünschen sich viele Familien eine festliche Feier für einen Knotenpunkt im Leben ihres Kindes. Die tiefe Bedeutung, die das Sakrament der Eucharistie in der katholischen Kirche hat, spielt dabei meistens nur eine untergeordnete Rolle.

Alte Konzepte greifen nicht mehr

In früheren Konzepten der Vorbereitung auf die Erstkommunion wurde versucht, den Kindern möglichst viel religiöses Wissen zu vermitteln und die Familien zum regelmäßigen Besuch der Sonntagsgottesdienste zu verpflichten. Dies hat aber zu vielen Reibungspunkten geführt, da es vielen Familien aus verschiedenen Gründen überhaupt nicht möglich war, die Anforderungen zu erfüllen. Kommunionvorbereitung und traditionelle Erstkommunionfeiern konfrontieren viele Familien mit einer Welt, die für sie sehr fremd ist.

Arbeiten mit der KommunionmappeCopyright: Pfarrbriefservice by Klaus Herzog

Was tun?

Wie kann man in dieser veränderten Situation den Bedürfnissen der Familien auf der einen Seite und der tiefen Bedeutung des Sakramentes der Eucharistie auf der anderen Seite mit einer adäquaten Erstkommunionvorbereitung gerecht werden?

Drei verschiedene Zugangswege

Der Pastorale Raum Lünen hat ein Konzept entwickelt, bei dem sich die Familien für einen von drei verschiedenen Zugangswegen entscheiden können.

Bei dem „Kinderweg“ werden allein die Kinder an drei Nachmittagen auf kindgerechte Weise mit den Grundlagen des christlichen Glaubens und der Bedeutung des sonntäglichen Gottesdienstes vertraut gemacht.

Beim „Familienweg“ entscheiden sich die Familien für eine gemeinsame Vorbereitung von Kindern und Eltern im gemeinsamen Feiern von sechs kindgerechten Gottesdiensten („Weggottesdienste“), bei denen religiöse Erfahrungen gesammelt werden

Und dann gibt es noch den „Sonntagsweg“, bei dem die Eltern selbst die Verantwortung für die Glaubensvermittlung übernehmen, indem sie ihre Kinder regelmäßig in den Sonntagsgottesdienst begleiten und ihnen für Fragen des Glaubens zur Verfügung stehen.

Zwei Schritte zur Mahlgemeinschaft 

Das Ziel aller drei Wege der Erstkommunionvorbereitung ist die Aufnahme in die Mahlgemeinschaft mit Jesus. Diese vollzieht sich in zwei Schritten:

Feierliche TauferneuerungCopyright: Pfarrbriefservice by Klaus Herzog

1.)

In einem festlichen Gottesdienst legen die Kinder, begleitet von ihren Angehörigen, das Taufbekenntnis ab. Bei diesem besonders gestalteten Gottesdienst stehen die Kinder im Mittelpunkt, die in festlicher Kleidung mit brennenden Kerzen in der Hand nun selbst ihr „Ja-Wort“ zu Jesus geben und damit bereit sind, zukünftig das Sakrament der Eucharistie zu empfangen.

Mahlgemeinschaft mit JesusCopyright: Pfarrbriefservice by Klaus Herzog

2.)

Im zweiten Schritt empfangen die Kinder dann in kleineren Gruppen im Sonntagsgottesdienst erstmalig das Brot des Lebens, um Jesus im Sakrament der Eucharistie zu begegnen. Beim erstmaligen Empfang der heiligen Kommunion soll das Kind sich ganz auf die Begegnung mit Jesus einlassen können, ohne von Äußerlichkeiten abgelenkt zu werden. Daher findet dies ganz bewusst in der Sonntagsmesse mit der Gemeinde statt.

Copyright: Erzbistum Paderborn

Neues Konzept - Impulse aus dem Zukunftsbild

Mit diesem neuen Konzept der Vorbereitung und Feier der Erstkommunion orientiert sich der Pastorale Raum Lünen an den Vorgaben des Zukunftsbildes im Erzbistum Paderborn, wo ähnliche Vorschläge für eine veränderte Feier der Erstkommunion empfohlen werden:


 „Denkbar ist zum Beispiel eine gemeinsame Feier der Tauferneuerung an einem Ort und verschiedene zeitversetzt in der jeweiligen Sonntags- oder auch einer abendlichen Werktagsmesse stattfindende Erstkommunionfeiern (ohne großen Gestaltungsaufwand).“ 
(Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn, Anlage 1: Schritte zur Umsetzung, S. 40)

Neues Konzept - an verschieden Orten erfolgreich umgesetzt

Gemeinden z. B. in Paderborn und in Unna arbeiten bereits erfolgreich nach diesen Vorgaben.