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Tschüss Stephan!

Gemeindereferent Stephan Wilhelm in den Ruhestand verabschiedet

© Pastoralverbund Lünen

 

 

 

 


1983 trat Stephan Wilhelm seinen Dienst als Gemeindereferent in Lünen an. Am Samstag, den 31. Oktober wurde er nach 37 Jahren feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Eigentlich war im September ein großes Verabschiedungsfest geplant, das aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Auch die Alternative mit einem kleinen Empfang am Samstagnachmittag musste Corona-bedingt abgesagt werden. Stattdessen wurde er in der Abendmesse am Samstag in der Kirche Heilige Familie in Lünen-Süd feierlich verabschiedet.

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Altpfarrer und Subsidiar Willi Aufenberg stand der Messe vor, Pfarrer Thomas Roddey und Pastor Christian Kluczynski waren als Konzelebranten dabei, ebenso die evangelische Pfarrerin Andrea Ohm. 

Für die musikalische Begleitung sorgten Margarete Schirjajew an der Orgel mit einer kleinen Schola, sowie die Gruppe "Gegenwind" unter der Leitung von Andrea Berdi.

Gruppe \"Gegenwind\" © Pastoralverbund Lünen

 

 

 

 

 

Zum Gloria-Lied brachte "Gegenwind" den Schwung afrikanischer Rhythmen in die Kirche mit lebhaftem Trommeln und mitreißendem Gesang. Nicht wenige Teilnehmende wippten sofort sichtbar mit. 
In guter ökumenischer Gemeinschaft trug Pfarrerin Ohm die Lesung vor und Pfarrer Roddey das Evangelium.

In der Predigt führte Subsidiar Aufenberg aus, dass alle Kinder Gottes verpflichtet seien, Frieden zu stiften. Und das sei wesentlich umfassender als "nur" Kriege zu beenden, was soweiso schon schwer genug sei. Es könne nur Frieden geben, wenn es auch Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und Frieden zwischen den Konfessionen und Religionen gäbe. 
So kam er auf das Friedenslicht von Bethlehem zu sprechen, das laut Chronik 1999 das erste Mal den Weg in die Kirche nach Lünen-Süd fand. Die Aktion rund um das Friedenslicht von Bethlehem wird von den Pfadfindern getragen, die dafür sorgen, dass dieses Licht den Weg in viele Länder und Kirchen findet. Und damit leitete Willi Aufenberg zu Stephan Wilhelm über. Dieser hatte nicht nur einen Pfadfinderstamm in Lünen-Süd gegründet, sondern sich auch mit viel Herzblut um dieses besondere Licht gekümmert. Von der Kirche Heilige Familie sei das Licht auch stets an die evangelischen Nachbarkirchen weitergereicht worden. Das stehe symbolisch für das ökumenische Engagement, das Stephan Wilhelm stets ein wichtiges Anliegen war. Seit ein paar Jahren verteilt er mit einigen Ehrenamtlichen das Friedenslicht auch auf dem Weihnachtsmarkt in der Fußgängerzone. Diese Aktion zeige exemplarisch, dass es ihm stets ein Anliegen war, auch über den kirchlichen Tellerand hinaus sich zu engagieren und auf die Menschen auch außerhalb der Gemeinde zuzugehen. W. Aufenberg zählte viele weitere Arbeitsbereiche von Stephan Wilhelm auf, wie beispielsweise 1996 eine Gemeindewallfahrt nach Israel, wobei auch der in der Nazi-Zeit ermordeten Juden gedacht wurde. Im Anschluss daran forschte er nach den Schicksalen Lüner Juden in dieser Zeit, initiierte das jährliche Pogrom-Gedenken auf dem Kirchplatz und die Verlegung etlicher Stoplersteine, die an ermordete Juden in Lünen erinnern. W. Aufenberg dankte Stephan Wilhelm für viele Jahre guter Zusammenarbeit.

Gegen Ende des Gottesdienstes ergriff Pfarrer Roddey das Wort und dankte Stephan Wilhelm ebenfalls für die gute und engagierte Zusammenarbeit. Er überreichte eine dicke Mappe mit vielen Seiten, die viele ehrenamtliche Gemeindmitglieder und Hauptamliche persönlich und kreativ gestaltet haben. Außerdem bekam er zwei Bücher zum Thema Whisky, eine Fahrradklingel und einen Geldbetrag als Beitrag für ein E-Bike, dass Stephan Wilhelm sich jetzt gerne anschaffen möchte. Seine Frau Alice bekam einen Blumenstrauß als kleines Dankeschön dafür, dass sie ihrem Mann den Rücken für all sein Engagement freigehalten hat.

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Pastorin Andrea Ohm dankte für das tolle Miteinander in den 20 Jahren, seitdem sie in Lünen ist, die gute Teamarbeit, in der die Bälle immer gut hin- und hergeflogen seien, die vielen gemeinsamen Projekte, für die ungewöhnlichen, kreativen Ideen, die vielen guten Gespräche, sowohl dienstlich als auch privat und vertraulich. Mit Augenzwinkern und dem Hinweis auf den Reformationstag, an dem genau Stephan Wilhelm verabschiedet wurde, verwies sie auf Luther, der von dem freien Christenmenschen spricht, der ein freier Herr und niemandem untertan sei - so wie Stephan Wilhelm jetzt in seinem Ruhestand selbst über seine Zeit und seine Beschäftigung bestimmen könne. Abschließend gab sie ihm noch einen Segen für den neuen Lebensabschnitt.

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Schließlich ergriff nochmals Willi Aufenberg das Wort und überreichte zwei ganz besondere Geschenke: Das erste Geschenk ist ein Stück einer alten Kirchenbank der Kirche Heilige Familie, also der Kirche, in der sich Stephan Wilhelm am längsten engagiert hat. Schmunzelnd bemerkte W. Aufenberg, dass man 1904 bei der Herstellung der Kirchenbänke offensichtlich schon an Stephan gedacht habe, da nämlich das obere Stück der Bankseite eine S-förmige Verzierung habe, mit der wohl Stephan gemeint sei. Auf der Rückseite des Holzes sind zwei Verbindungstifte zu sehen, die W. Aufenberg vergoldet hat, symbolisch dafür, dass er Stephan stets als Verbindung zu vielen Menschen erlebt habe. Daneben hat er eine kleine Schiefertafel angebracht mit den Daten von Stephans beruflicher Zeit in Lünen 1983 und 2020 und exemplarisch einigen seiner Arbeitsbereiche.
Das zweite Geschenk ist eine Miniatur-Ausführung des Kreuzes aus dem Altarraum der Kirche Heilige Familie, das die Bildhauerin Liesel Bellmann geschaffen hat - in der großen Ausführung für den Altarraum und mehrere Exemplare als Miniatur. Eine dieser Miniaturen hatte seinerzeit Frau Funke erworben, die ehemalige Rektorin der Overbergschule, die sich auch vielfach in der Gemeinde Heilige Familie engagiert hatte. Es ist Frau Funkes ausdrücklicher Wunsch, dass nun Stephan Wilhelm dieses Kreuz bekommen soll. 

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Stephan Wilhelm bedankte sich für die vielen guten Worte und Geschenke, wie auch bei allen Anwesenden für gute Zusammenarbeit und die Teilnahme an dieser Feier. Zusammen mit seiner Frau Alice hatte er für jeden Teilnehmenden eine Mund-Nasen-Bedeckung vorbereitet mit den kernigen Ruhrpott-Worten "Tschüss" und "Tach auch". 
Abschließend gab die Gruppe "Gegenwind" noch eine Uraufführung zu Gehör: Ein Lied, das Dominik Bulla speziell für diesen Tag für Stephan Wilhelm geschrieben hatte.

Im Anschluss daran verabschiedeten sich noch viele Gemeindemitglieder mit Dank von Stephan Wilhelm und überreichten persönliche Geschenke.

Da wegen der Corona-Schutzvorschriften eine Bewirtung nicht stattfinden konnte, bekamen alle Teilnehmenden einen süßen Martinsbrezel zum Mitnehmen, der mit einer Karte mit einem Foto von Stephan Wilhelm und der Aufschrift "Tschüss Stephan" verziert war.