Wachsreste und Decken für die Ukraine wurden abgeholt

Wärme schenken im kalten Kriegswinter - Viele Menschen in Lünen beteiligten sich an Sammelaktion.

In den vergangenen Wochen haben viele Menschen im Pastoralen Raum Lünen und darüber hinaus ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit den notleidenden Menschen in der Ukraine gesetzt. Die Organisation „Opera“ aus Essen hat fast eine Tonne Wachs sowie über 200 Decken für den Weitertransport in die Ukraine abgeholt.

 

Die Ukraine erlebt inzwischen den vierten Winter im Krieg. Seit Beginn der massiven Angriffe auf die Energieinfrastruktur, ist die Stromversorgung im Land extrem instabil. Durch die intensiven russischen Angriffe sind immer mehr Städte und insbesondere ländliche Regionen dauerhaft ohne Strom. Besonders dramatisch ist die Lage in den Gebieten entlang der Frontlinie – von Tschernihiw im Norden über Charkiw und Dnipro im Osten bis nach Odesa im Süden. Unsere Sammelaktion hilft dabei, Licht und Wärme zu schenken.

 

Eine wichtige Unterstützung in dieser Situation sind die sogenannten Büchsenlichter. Sie bestehen aus Konservendosen, Pappe als Docht und flüssigem, gekochtem Wachs. Eine 500-ml-Dose brennt bis zu zwölf Stunden und dient als alternative Wärme- und Kochquelle. Für viele Menschen ist dies die einzige Möglichkeit, sich bei Stromausfällen warme Mahlzeiten zuzubereiten oder sich wenigstens etwas aufzuwärmen. Die Büchsenlichter werden sowohl von Zivilisten als auch von Soldaten genutzt.

 

Das gesammelte Wachs wird in die Ukraine transportiert und dort überwiegend von Frauen zu Büchsenlichtern verarbeitet. Eine der Koordinatorinnen berichtet, dass diese Arbeit weit mehr als eine praktische Hilfe darstellt: Sie gibt den Frauen eine sinnvolle Aufgabe und hilft ihnen, dem alltäglichen Grauen des Krieges zumindest für einige Stunden zu entkommen und aktiv etwas für ihr Land zu tun.

 

Zusätzlich werden die gesammelten Decken an bedürftige ältere Menschen und Kinder verteilt, um ihnen in diesem eisigen Winter ein wenig Wärme zu schenken.

 

Allen Spenderinnen und Spendern gilt ein herzliches Dankeschön. Mit diesen für uns oft kleinen Gesten wird eine große Wirkung erzielt.