© Pastoraler Raum Lünen

Entwicklungen im Pastoralen Raum Lünen

Kleiner werdende Zahlen fordern Konsequenzen.

Gemeinden werden kleiner

In den letzten zehn Jahren sind die Mitgliederzahlen in den Gemeinden des Pastoralen Raums Lünen um 3.000 Katholiken von über 18.000 Mitglieder (im Jahr 2012) auf gerade mal noch 15.000 Mitglieder (im Jahr 2022) gesunken. Im Jahr 2022 wurden im Pastoralen Raum Lünen 77 Kinder durch die Taufe in die Kirche aufgenommen; beerdigt wurden 174 Gemeindemitglieder; und 232 Katholiken sind aus der Kirche ausgetreten. Das bedeutet eine Negativbilanz von 329 Mitgliedern in nur einem Jahr.

Die Folge ist, dass die Gemeinden kleiner werden. Die, die sich noch vor Ort engagieren, werden älter. Der Großteil der Katholiken lebt ihren Glauben „anders“, ohne die Bindung an eine konkrete Gemeinde.

Weniger Gottesdienstbesucher

Vor zehn Jahren besuchten noch ca. 1.400 Katholiken am Wochenende einen Gottesdienst im Pastoralen Raum Lünen, das waren 8 % der katholischen Gemeindemitglieder. 2022 waren es nur noch knapp 400 Katholiken, die am Wochenende den Gottesdienst besuchten; das entspricht 2,6 % der Gemeindemitglieder.

Weniger Personen in seelsorglichen Berufen

Die Zahl der Menschen, die hauptberuflich in seelsorglichen Berufen arbeiten, nimmt kontinuierlich ab. Nicht nur die Zahl der Priester, sondern auch die Zahl der Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten im Erzbistum Paderborn wird kleiner. Vor 2012 waren noch 11 Personen als Gemeindereferentinnen und Priester auf dem Gebiet des heutigen Pastoralen Raums Lünen tätig. Künftig werden es nur noch vier Personen sein: zwei Priester und zwei Gemeindereferent/innen.

Zahlen machen nachdenklich

Die kleiner werdenden Zahlen machen nachdenklich. Sie können einen lähmen; sie können aber auch motivieren und zum Anlass werden, Konsequenzen zu ziehen. Wenn sich das religiöse Verhalten bei der Mehrheit der Menschen ändert, muss sich dann nicht auch die seelsorgliche Arbeit und das Engagement von Ehrenamtlichen ändern? Kann man einfach weitermachen wie bisher? Wo können Menschen, die suchen und Fragen stellen, Antwort finden? Was ist mit denen, die sich enttäuscht abwenden?

Die Arbeit im Pastoralen Raum Lünen wird sich in absehbarer Zeit sehr verändern. Es wird Neues und Anderes ausprobiert werden. Es ist wünschenswert, dass sich auch viele Ehrenamtliche an den Veränderungen beteiligen. Der Pastorale Raum Lünen soll ein Raum des Austauschs und des Ausprobierens werden.

Die Kirchengemeinden im Pastoralen Raum Lünen besitzen insgesamt 22 Immobilien: Kirchen, Pfarrhäuser, Pfarrheime und Kindergärten. Diese Immobilien verursachen hohe Energie- und Instandhaltungskosten. Es ist abzusehen, dass wir in den nächsten Jahren deutlich weniger Kirchensteuermittel zur Verfügung haben werden, mit denen die Gebäude unterhalten werden können.

 

Aus diesem Grund fordert das Erzbistum Paderborn von jedem Pastoralen Raum, darüber nachzudenken, auf welche Gebäude in Zukunft verzichtet werden kann und wie die übrigen Gebäude sinnvoll und nachhaltig genutzt werden können. Das Erzbistum ermutigt die Pastoralen Räume, sich von Immobilien zu verabschieden, damit später noch genügend finanzielle Mittel für die seelsorglichen Aufgaben zur Verfügung stehen und nicht von den Energie- und Instandhaltungsausgaben überflüssiger Immobilien geschluckt werden.

 

Bei nüchterner Betrachtung wird man feststellen, dass im Pastoralen Raum Lünen auch nicht mehr alle Pfarrheime, Kirchen und Pfarrhäuser benötigt werden. Eine Konzentration und Zusammenlegung wäre sinnvoll und kostensparend.

 

Die Kirchenvorstände jedes Pastoralen Raumes müssen gemeinsam ein sogenanntes Immobilienkonzept für ihren Raum entwickeln und angeben, in welchen Gebäuden welche Schwerpunkte stattfinden sollen. Wenn in einem Pastoralen Raum kein Immobilienkonzept vorliegt und die Kirchenvorstände nicht bereit sind, sich von Immobilien zu verabschieden, erhalten die Kirchengemeinden deutlich geringere bis gar keine finanzielle Förderung mehr durch das Erzbistum bei Instandhaltungs- und Reparaturkosten für die Gebäude.

 

Die Kirchenvorstände im Pastoralen Raum Lünen werden künftig enger als bisher zusammenarbeiten müssen und können sich nicht mehr nur noch um die Belange der je eigenen Kirchengemeinde kümmern. Ein erstes gemeinsames Treffen aller Kirchenvorstandsmitglieder im Pastoralen Raum Lünen ist leider nicht zustande gekommen, da sich nur die Hälfte der KV-Mitglieder dazu angemeldet hatte. Nun werden die geschäftsführenden Vorsitzenden im Finanzausschuss dieses Thema weiter behandeln.

Im Pastoralen Raum Lünen werden sich in absehbarer Zeit die regelmäßigen Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen auf drei Kirchen konzentrieren. Aufgrund der sinkenden Kirchenbesucherzahlen und der wenigen Priester wird das Gottesdienstprogramm schmaler gestalten werden.

 

Für das Immobilienkonzept der Kirchenvorstände wird dies ein wichtiges Kriterium sein, um die seelsorgliche Bedeutung der Kirchen im Pastoralen Raum Lünen einschätzen zu können. Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die Herz-Jesu-Kirche in Lünen-Mitte, die Kirche Herz Mariä in Horstmar und die Kirche St. Barbara in Brambauer die drei Schwerpunkt-Kirchen werden, in denen die regelmäßige Feier der Eucharistie an Sonn- und Feiertagen sowie die Sakramentenspendung langfristig gewährleistet wird.

 

Die Bildung der Schwerpunktkirchen bedeutet nicht, dass jetzt die anderen Kirchen geschlossen oder veräußert werden. In den Kirchen, die nicht Schwerpunktkirchen sind, wird es weiterhin Andachten und Werktagsgottesdienste geben. Da aber die Zahl der Kirchenbesucher drastisch abgenommen hat, werden wir die Sonn- und Feiertagsgottesdienst auf drei Kirchen konzentrieren; weniger Gottesdienste mit mehr Kirchenbesuchern haben eine höhere Qualität als viele Gottesdienste mit wenigen Besuchern.